Der Pfad - Dorferneuerungsverein Amaliendorf-Aalfang
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Moor und Feuchtwiesen

Schautafel 1

Das NATURA 2000 Gebiet Haslauer Moor

Fotos: Klaus Arnold

 

Bulten und Schlenken, d.h. aus Torfmoosen bestehende Hügel und dazwischen liegende Senken, in denen das Moorwasser ansteht, sind charakteristisch für die Hochmoore.

Das Haslauer Moor oder Moor bei Amaliendorf war
ursprünglich eines der größten oligotrophen Regenmoore der Litschauer
Hochfläche mit einer Fläche von ca. 120 ha. Es ist als Natura 2000 Gebiet der
„Waldviertler Teich-, Heide- und Moorlandschaft“ ausgewiesen.

 

Das Naturjuwel: Hochmoore werden nur vom Regenwasser gespeist und
sind leicht über das umliegende Gelände aufgewölbt. Aufgrund des
Wasserüberangebotes wird organische Substanz nur unzureichend abgebaut. Dies
lässt sich optisch im fasrigen, inhomogenen Aufbau des Torfs erkennen. Er
enthält eine Menge unzersetzter Pflanzenteile. Eine Folge davon ist die extreme
Nährstoffarmut solcher Böden, mit der nur ein paar Spezialisten unter den
Pflanzen zurecht kommen. Diese Pflanzen geben dem Moor erst das
charakteristische Aussehen. Vor allem die Blüten der Moosbeere oder des Sumpfporstes
im Frühling und das blühende Wollgras prägen das typische Bild des
Haslauer Moores. Insektenfressende Pflanzen, wie der Sonnentau, haben
das karge Nährstoffangebot mit tierischer Kost erweitert.

Schautafel 2 Wiederbelebung des Hochmoores

Fotos: Klaus Arnold

Die Renaturierung: Das Haslauer Moor wurde im 19. Jahrhundert massiv
abgetorft. Dazu wurden Entwässerungsgräben errichtet, die noch heute wirksam
sind, und für das Moor akute Gefahr der Austrocknung und Verwaldung besteht. Im
Rahmen eines 1998 gestarteten <b<Renaturierungsprojektes des WWF, der
Österreichischen Bundesforste und der Kulturinitiative Amaliendorf- Aalfang
wurde mit der Umsetzung wichtiger Schutzmaßnahmen begonnen.

 

Damit sich Hochmoore bilden können,
sind ein kühl-feuchtes Klima sowie wasserundurchlässige Bodenschichten in
Muldenlage nötig. Da im nordwestlichen Waldviertel häufig beide Bedingungen
erfüllt sind, gab es hier früher ausgedehnte Hochmoore. Der größte Teil wurde
allerdings durch Torfabbau, Entwässerung und Aufforstung zerstört.

Station 2 "Wiederbelebung des Moores"

Foto: Klaus Arnold

Schautafel 3 Der Torfstich

Fotos: Klaus Arnold

Auch im Haslauer Moor verwendete man den Torf wirtschaftlich. In erster
Linie war er Brennstoff für die Glashütte, aber auch die Bevölkerung griff auf
ihn zurück, als das Holz knapper wurde.Die beiden wassergefüllten Stichwannen
sind Relikte dieser Nutzung, die bis etwa 1980 anhielt. Langsam aber sicher
verlanden sie und werden von Wasserpflanzen in Besitz genommen.

Lebensraum aus zweiter Hand: Die mit Wasser gefüllten und langsam verlandenden
Stichwannen sind ein wertvoller Lebensraum für gefährdete Libellenarten oder
Amphibien wie Teichfrosch oder Knoblauchkröte. Die Paarung der Erdkröten
kann man hautnah miterleben und ist das erste Highlight im Frühling.

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